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- skizziert nach der Festschrift von Theobald Wirth
zum Firmen-Jubiläum im Jahr 1978
Seit Jahrhunderten ist die "Obere Stadt" ein besonderer Stadtteil
von Weilheim. Namhafte Häuser und Familien am idyllischen Stadtbach
prägten über Generationen das Leben der Künstler- und Handelsstadt
Weilheim nachhaltig mit.
Es lohnt sich, unter den über einhundertvierzig Häusern der Straße am
Bach das schlichte Gebäude mit der Nummer 15 näher zu betrachten -
die Geschichte des Hauses, seiner Besitzer und der dort tätigen
Gewerbetreibenden. Nur wenige Bauwerke im geschichtsträchtigen
Weilheim können eine so reiche Tradition aufweisen wie das
"Schmiedmukel" Haus, das mit der Zunft der Schmiede in der Stadt
verbunden war.
In den vergangenen Jahrhunderten gab es in Weilheim viele Schmiedemeister, die ihren Fertig-
produkten entsprechend benannt waren - so der Nagel-, Waffen-, Wagen- und Hufschmied. Im Haus Schweiger - heute Obere Stadt 15 - ist im Jahr 1888 der Huf- und Wagenschmied von Bedeutung: Dort ist das Schmiedehandwerk bis ins
16. Jahrhundert nachweisbar.
Der Schmied mit seiner Lederschürze war typisch
für das Straßenbild vor der Schmiede. Seine rauen aber herzlich gemeinten Rufe waren weit zu hören, wenn das Vieh nicht so wollte wie es der Hufschmied brauchte. Nicht nur dem Hufe beschlagen oder dem Wagenbau, auch als Waffenschmiede diente diese Werkstätte. Alte Aufzeichnungen belegen die großen Lieferungen an Eisen, die Boten von München und Augsburg mit ihren Pferdegespannen beim Schmied in der Oberen Stadt abgeladen haben. Der Schmied am Bach gehörte zu den wohlhabenden Leuten in der Stadt, was auch dazu führte, dass von dort mancher Magistratsrat in das Rathaus einzog.
Am 18. Januar 1828, so ist dokumentiert, erwirbt der aus der elterlichen Schmiede in Wilzhofen kom-
mende Gabriel Schweiger II. den Besitz mit gut ein-
gerichteter Schmiede. Er war der erste Schweiger in der Oberen Stadt. Seit 1832 brachten er und seine Frau Marianne die Schmiede in der Vorstadt zu großem Ansehen.
Die Tradition wurde in der Familienlinie weitergeführt von Gabriel Schweiger III. und ab 1910 von Gabriel Schweiger IV.
In der schwierigen Ausgangssituation nach dem Erste Weltkrieg richtete dieser mit seiner Frau Maria neben dem Werkstattbetrieb ein Eisenwaren-
geschäft ein. Werkstätte und Geschäft überstanden die harten Jahre der Inflation. Der Name Schweiger wurde wieder zu einem Begriff für Leistung und die Firma ergfreute sich ihres guten Rufs in Stadt und Land. Mit dem Beginn des Zweiten Weltktriegs mussten die Söhne und Gesellen zum Militärdienst. Altmeister Schweiger stand bis 1949 allein in seiner Werkstatt um den Betrieb aufrecht zu erhalten.
Jahre nach dem Ende des Krieges kehrten drei der vier Söhne aus der Gefangenschaft zurück. Der Besitz wurde aufgeteilt. Die Schmiede ging an Roman Schweiger. Das Eisenwarengeschäft übernahm 1951 Georg Schweiger.
Der rührige Kaufmann fand rechtzeitig den Anschluss an den wirtschaftlichen Aufschwung in seiner Heimat. Mit der Erweiterung des Sortiments, insbesondere von Holzwaren, konnte die Firma wesentlich vergrößert werden. 1956 heiratete Georg Schweiger die Therese Wagner aus Weilheim. Der aus dieser Ehe kommende Sohn Richard (Herz und Kopf der heutigen Firma) lernte in München, erweiterte seine Ausbildung in großen Betrieben und trat im Jahre 1978 in das elterliche Geschäft ein.
Die Erfordernisse der Zeit wie die Wünsche der Kunden brachten einen laufenden Ausbau der Betriebsräume mit sich. Aus der Schmiede wurden schließlich Verkaufsräume, 1956 mußte ein Lager-
anbau durchgeführt werden. Modernisiert und ausgebaut im Jahre 1960 entspricht der Laden noch den heutigen Anforderungen. Mit dem Neubau einer großen Lagerhalle auf einem rückwärtsliegenden Grundstück konnte der Flächenbedarf des Holz-
sortimentes für die Zukunft gesichert werden.
Durch Fleiß und Können ist der Eisenwaren- und Holzhandel der Firma Schweiger im vergangenen Jahrzehnt zu einem Begriff für den Verbraucher, insbesondere für das Handwerk geworden. Viele Generationen haben dazu beigetragen, den guten Ruf des Namens "Schweiger" vor allem bei Hand-
werkern und Heimwerkern in Weilheim und seinem Umland zu erhalten und stetig auszubauen -
zum Markenbegriff »Schweiger-Weiheim«.